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Wohntrend Bungalow: Tipps rund um die Planung, den Bau und die Einrichtung


Wohntrend Bungalows

Wohntrend Bungalows

In den 60er Jahren verloren Bungalows an Beliebtheit, doch verschwanden sie nie vollständig von der Bildfläche. Und gerade in den letzten Jahren steigt die Nachfrage nach diesen besonderen Häusern massiv an. Die Gründe hierfür können vielseitig sein. Nicht nur die Möglichkeit, bereits heute an das Leben im Alter zu denken, spricht für diesen Haustyp. Doch auch die Gestaltungsfreiheiten des Hauses begeistern schlichtweg. Wer immer noch glaubt, ein Bungalow bestünde aus einem Flachdach und ist mit Schiefertafeln versehen, wird sich umgucken. Dieser Artikel gibt einige Tipps rund um den Bau und die Planung des neuen Eigenheims.


Die Planung

Bereits vor der eigentlichen Planung gibt es einen besonderen Fakt zu beachten: Ein Bungalow benötigt wesentlich mehr Grundstücksfläche als ein Einfamilienhaus. Der Platz sollte wahrlich nicht allzu eng bemessen sein, schließlich entscheiden sich viele Bauherren eigens für diesen Haustyp, weil er stets freistehend gebaut wird. Ist zu wenig Grundstücksfläche vorhanden, sitzt der direkte Nachbar doch wieder beinahe mit am Frühstückstisch. Doch es gibt noch weitere Punkte, die mit in die Planung gehören:

  • Wohnfläche - wie groß soll das Haus überhaupt werden? Beim Bungalow muss der Platz ein wenig anders betrachtet werden, da keine Räume im Obergeschoss untergebracht werden können.
  • Zusätzliche Geschosse - das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich, schließlich besitzt ein Bungalow nur ein Geschoss. Es gibt aber die Möglichkeit, sogenannte Halbgeschosse einzufügen. Ein teils ausgebauter Dachboden bei Häusern mit Spitzdach, ein unterkellertes Haus - all dies bringt mehr Platz und Stauraum.
  • Gestaltung - Bungalows gibt es als Fertighäuser und können zudem von Architekten geplant werden. Gerade bei der Dachgestaltung sind unglaubliche Variationen möglich, sodass das Haus rasch an ein individuelles Architektenhaus erinnert.
  • Barrierefrei - Bungalows besitzen einen großen Vorteil: Da alle Räume ebenerdig sind, kann der Bungalow oft bis ins hohe Alter bewohnt werden. Da geht freilich nur, wenn die Raumgestaltung es zulässt. Daher sollte bereits beim Bau auf breite Türen geachtet werden, durch die später auch ein Rollator oder auch ein Rollstuhl mühelos passt. Dasselbe gilt für das Bad. Wer hier direkt an das Leben im Alter denkt, spart sich später viel Mühe und Kosten.
  • Steckdosen - wo sollen wie viele Steckdosen hin? Dieser Punkt klingt oft absolut unsinnig, ist in der Realität aber stets gegeben. In vielen Häusern gibt es schlichtweg zu wenige Steckdosen für den alltäglichen Gebrauch.
  • Hauswirtschaftsraum - wird auf einen Keller oder den Dachboden verzichtet, empfiehlt sich ein eigener Hauswirtschaftsraum. Hier kommen die Heizungsanlage, Waschmaschine und auch der Trockner hinein. Ist der Raum groß genug, eignet er sich zudem als Vorratsraum.

Unsicherheit bei der Planung lässt sich natürlich sehr gut beseitigen, wenn Hausbauer sich zuvor mit einem Architekten in Verbindung setzen oder auch Fertighäuser ansehen. Anbieter von Fertighäusern haben oft ein Musterdorf, in dem die unterschiedlichen Haustypen und Varianten des Bungalows begutachtet werden können. Und trotz des Begriffs Fertighaus bleibt natürlich Spielraum offen, denn die Häuser lassen sich - im bestimmten Umfang - an die eigenen Bedürfnisse anpassen.


Der Bau

Der Bau eines Hauses, egal ob Bungalow oder nicht, sollte immer durch ein Fachunternehmen erfolgen. Natürlich müssen Bauherren die Baufirma genauer unter die Lupe nehmen und vorab genau abklären, welchen Leistungsumfang die Firma übernimmt. Insbesondere beim schlüsselfertigen Bauen gibt es oft Ärger. Der Begriff lässt sich so weit ausdehnen, dass aus schlüsselfertig durchaus auch »Haus hat Türen und Fenster« werden kann. Insgesamt gibt es beim Bauen verschiedene Punkte zu beachten:

  • Vertragliche Aufnahme der Leistungen - die Leistungen und die Wünsche, was genau hinter dem Begriff schlüsselfertig stehen soll, müssen in den Vertrag. Hier gilt, dass Ausführlichkeit vor spätem Ärger schützt.
  • Versicherungen - es ist immer sinnvoll, die Baustelle zu versichern. In diversen Bauverträgen sind bereits Versicherungen mit drin. Wichtig ist auf jeden Fall, dass sich die Versicherung auch auf das Abhandenkommen von Baustoffen ausweitet.
  • Baukosten - wie viel Geld kostet der Bau überhaupt? Die reinen Hausbaukosten hängen stets von den eigenen Vorstellungen ab und ein Architektenhaus kostet natürlich mehr, als ein recht simpel gehaltenes Fertighaus.
  • Innenausbau - dieser verschlingt sehr viel Geld. Geld, das vorab bereits eingeplant werden muss. Gerade beim schlüsselfertigen Bauen muss vorab geklärt werden, mit welchen Materialen und in welchen Preisstufen der Boden verlegt, gefliest und die Wände bearbeitet werden sollen.
  • Nebenkosten - ein durchaus beachtenswerter Anteil der Baukosten beschäftigt sich mit den Nebenkosten. Je nach Lage des Baugrundstücks muss es zuerst erschlossen werden, das heißt, es muss an die Kanalisation und die Wasserversorgung angeschlossen werden. Auch Leitungen für Telefon, den Strom müssen teils gelegt werden. Dazu kommen Wegekosten, sofern das Grundstück noch nicht am Straßennetz hängt. Zusätzlich kommt die Grunderwerbssteuer.


Die Einrichtung

Sobald der Rohbau abgeschlossen ist, kommen die ersten Gedanken an die Einrichtung auf. Beim Hausbau beschränken sie sich nicht allein auf Möbel, sondern auch auf die Innengestaltung:

  • Bodenbelag - welcher Boden soll verlegt werden? Es macht Sinn, sich diesem Punkt ausführlich zu widmen. Da im Bungalow alle Räume im Erdgeschoss liegen, sollte der Boden besonders robust sein. Es liegt schlichtweg keine Treppe mehr zwischen der Terrasse und dem Schlafzimmer. Feuchtigkeit kann also noch leichter in die Schlafräume getragen werden.
  • Fliesen - sie teilen sich in Wand- und Bodenfliesen auf. Bodenfliesen eigenen sich oft für das Wohnzimmer, da sie schlichtweg robuster sind als Holzböden.
  • Wände - soll tapeziert oder gestrichen werden?

Schließlich kommt es zur Auswahl der Möbel. In diesem Bereich gibt es natürlich einen großen Spielraum bezüglich des Designs und der Robustheit der Möbelstücke.


Fazit

Der Wohntrend Bungalow bietet unendliche Möglichkeiten. Doch stehen vor dem Bau selbst bei diesem Haustyp die Fragen an, die hinter jedem Hausbau stecken. Ein Experte muss immer mit an Bord sein, damit der Baufortschritt überwacht und die Zeiten eingehalten werden. Besondere Beachtung muss immer dem Punkt schlüsselfertig geschenkt werden. Kommt es hier zu Missverständnissen, ist am Ende keine Seite glücklich.


Bildquellen:
Abbildung 1: @ PublicDomainPictures (CC0-Lizenz) / pixabay.com