Wann lohnt sich der Einbau einer Infrarotheizung?

23.03.2018
Bruttostromerzeugung

Nach wie vor wird viel Strom durch Braun- oder Steinkohlekraftanlagen erzeugt.

Infrarotheizungen

Infrarotheizungen werden mithilfe von Strom betrieben und lassen sich flexibel im Raum integrieren.

Infrarotheizungen weisen eine andere Funktionsweise als herkömmliche Heizungen auf. Ihre Wärme fühlt sich für den menschlichen Körper behaglich und wohltuend an – beinahe wie echte Sonnenstrahlen, die auf den Körper scheinen. Dies ist in der Funktionsweise dieser Elektroheizungen begründet. Hausbesitzer sollten genau abwägen, ob sie eine Infrarotheizung installieren oder sich für eine herkömmliche Konvektionsheizung entscheiden.


Wie unterscheiden sich die Infrarotheizungen von herkömmlichen Heizungen?


Heizungen haben zwei unterschiedliche Wirkungsweisen. Die handelsüblichen Heizkörper erzeugen Konvektionswärme, die sich anschließend in der Luft ausbreitet und diese erwärmt. Bei einer Infrarotheizung entsteht Strahlungswärme, die mit den Strahlen der Sonne vergleichbar ist. Die Heizung wird an ein Stromnetz angeschlossen und ist somit eine elektronisch betriebene Heizung. Im Vergleich zu einer gewöhnlichen Heizung lassen sich die elektronischen Heizkörper nahezu überall im Raum installieren: An der Wand, an der Decke oder unauffällig hinter einem Spiegel. Unabhängig vom Standort durchdringt die Wärme den gesamten Raum. Sie strahlt allerdings nicht auf den Raum ab, sondern wärmt die sich im Raum befindenden Gegenstände und Menschen. Vom Gehäuse her sind die Infrarotheizungen flacher und platzsparender gestaltet als konventionelle Heizkörper. Das kompakte Design bietet mannigfaltige Optionen für die optische Gestaltung, zu sehen an den verschiedenen Ausführungen von Infrarotheizungen. Während manche Modelle als stylische Fotomotive daherkommen, verschwinden andere scheinbar unsichtbar in einer Natursteinplatte oder fungieren als innovativer Handtuchhalter.


Welche baulichen Voraussetzungen müssen für den Einbau erfüllt sein?

Die baulichen Anforderungen, um eine strombetriebene Infrarotheizung installieren zu können, sind gering. Interessenten benötigen lediglich einen normalen Stromanschluss. Manchmal kann es erforderlich sein, neue Kabel in der Wohnung auszulegen. Das ist der Fall, wenn der Stromkreislauf unterdimensioniert ist und im gesamten Haus nur wenige Sicherungen vorhanden sind. Für den korrekten Anschluss ist ein Fachmann zuständig. Er installiert den gewünschten Heizkörper an der Decke oder an der Wand und achtet dabei auf die maximale Traglast.


Wo lassen sich Infrarotheizungen einsetzen?

Infrarotbasierte Heizungen arbeiten in hohen Räumen besonders effizient. Sie erzielen als Deckenheizungen in Hallen oder Wohnräumen, die hohe Decken haben, einen gewinnbringenden Effekt. Im Gegensatz zu den konventionellen Heizkörpern staut sich die Luft nicht im oberen Bereich an, die Wärme geht also nicht „verloren“ und wirkt nicht erdrückend. Damit die infrarotbasierten Heizungen an der Decke nicht befremdlich wirken, gibt es sie im Kugelformat. Die Kugeln baumeln dekorativ von der Decke und verteilen die wohltuende Wärme im ganzen Zimmer. Infrarotheizungen kommen in Ausnahmefällen als Gasheizung vor. Diese Arten kommen vor allem im gewerblichen Bereich oder auf Campingplätzen zum Einsatz. Im privaten Bereich wären gasbetriebene Infrarotstrahler unpraktisch. Sie würden zusätzlichen Aufwand und höhere Sicherheitsbestimmungen verursachen, da es zunächst erforderlich wäre, Gasrohre zu verlegen.


Welche gesundheitlichen Vorteile bietet eine Infrarotheizung?

  • Infrarotheizungen erschaffen ein gesundes Raumklima. Da die erzeugte Wärme nicht die Luft erwärmt, werden Konvektionsströmungen vermieden. Somit entsteht keine Zugluft und es wirbelt auch kein Staub durch den Raum. Vor allem für Allergiker, aber auch für Menschen mit Asthma oder Rheuma wirkt sich dies gesundheitsfördernd aus.
  • Die Strahlung sorgt für ein ganzheitliches Wohlbefinden, dringt tief in den Körper ein und erwärmt diesen von innen. Der Mensch empfindet in jeder Ecke des Raums dieselbe Wärme. Sie kurbelt langfristig den Stoffwechsel an und verbessert die Abwehrkräfte des Immunsystems.
  • Infrarotbasierte Heizungen bieten Schimmelsporen und Pilzen schlechte Ausgangsbedingungen. Da die Wärme langsamer abgegeben wird und somit für ein gleichmäßiges Klima im Raum sorgt, entstehen keine feuchten Ecken.

Sind die elektrischen Heizsysteme schlecht in der Energieeffizienz?

Zwar haben die infrarotbetriebenen Heizungen einen hohen Wirkungsgrad, gelten allerdings als energieineffizient. Diese Problematik hat viel mit der Erzeugung von Energie zu tun. Auf deutschem Boden stammt der erzeugten Strom oftmals nicht aus regenerativen Quellen, sondern noch aus Stein- und Braunkohlekraftwerken. Aus diesem Grund bietet sich eine infrarotbasierte Heizung nicht in allen Gebäuden an.

Neubau: Bei einem Neubau müssen die Bewohner auf die Energieeinsparverordnung achten. Die Vorgaben sind in der Regel eingehalten, wenn die Einwohner sowohl Heizungen mit Erdgas, als auch mit Sonnenenergie betreiben. Bei einer rein strombetriebenen Heizung ergibt sich ein anderer Bedarf an Energie. Dieser liegt bei einem Faktor von 1,8, ausgehend von 18.000 Kilowattstunden. Hier ist die Verordnung erfüllt, wenn die Bewohner zusätzliche Maßnahmen zur Dämmung ergreifen. Es lohnt sich im Zweifelsfall, die individuelle Situation genau zu prüfen. In manchen Räumen kann sich eine infrarotbasierte Heizung lohnen, wenn diese nur gelegentlich nutzbar sind.

Altbau: Die Energiesparverordnung für Altbauten ist weniger streng geregelt. Es heißt lediglich, dass sich der Energieverbrauch nicht drastisch verschlechtern darf. Eine infrarotbasierte Heizung lässt sich in vielen Fällen problemlos einbauen.


Welche Kosten entstehen für die Infrarotheizung?


Anschaffung: Die Anschaffungskosten für eine Heizung mit Infrarotstrahlung fallen preisgünstiger aus als bei einem gewöhnlichen Heizkörper. Für ein Heizmodul mit 600 Watt sind, abhängig vom Hersteller und dem gewählten Design, Preise zwischen 200 und 500 Euro zu erwarten. Weitere Extras wie beispielsweise ein Raumthermostat oder Funktechnik liegen preislich bei etwa 30 bis 100 Euro.

Laufende Kosten: Die Kosten, die für die laufende Inbetriebnahme der Heizung entstehen, bemessen sich an den Heizleistungen in den einzelnen Räumen. Zwischen 40 und 80 Watt sind notwendig, um einen Quadratmeter zu beheizen. Hausbewohner müssen immer bedenken, dass eine Kilowattstunde Strom mehr Kosten verursacht als eine Kilowattstunde Gas. Eine infrarotbasierte Heizung lohnt sich in den meisten Fällen als zusätzliches Heizgerät, als Ersatz für Nachtspeicheröfen oder in Kombination mit Photovoltaikanlagen, welche den Strom auf dem eigenen Dach selbst erzeugen.

Fazit: Pro und Contra für eine Infrarotheizung

Pro

Contra

Infrarotbasierte Heizungen sind ein guter Ersatz für Nachtspeicheröfen. Die Heizkosten mit Strom fallen sehr hoch aus.
Günstiger als Gas- oder Ölheizungen Eine solare Nutzung ist nur mithilfe von Batteriespeicher und Photovoltaik denkbar.
Wartungsfrei, leichte Montage, werden rasch warm Die Heizplatten können sich schnell erhitzen.


Stand: 2018

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