Offene vs. Geschlossene Küche – Dahin geht der Trend beim Bau


Die Küche - Der wichtigste Raum im Haus

Der wichtigste Raum im Haus

Der wichtigste Raum im Haus

Für viele Menschen ist die Küche das Zentrum der Wohnung oder im Haus. Hier wird nicht nur Essen zubereitet, sondern oft auch gegessen und dabei geredet. Dabei macht es durchaus Sinn, dass man immer häufiger ein offenes Konzept sieht: die Küche in Verbindung mit dem Wohnzimmer oder auch einfach mit angeschlossenem Esszimmer. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Aber ist eine offene Küche auch wirklich besser als eine geschlossene und was gehört alles hinein?


Offene Küche - ein Prinzip mit Tradition

Wirf man einen Blick zurück in die Vergangenheit, dann haben die Steinzeitmenschen schon in selben Raum Essen zubereitet, in dem sie gelebt und geschlafen haben. Später wurde das Konzept auch wieder bei den Römern aufgegriffen. Vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert verschwand es dann in der Versenkung, bis es dann in letzten Jahrzehnten wieder immer beliebter wurde.

Das muss einen nicht mal wundern, denn die offene Küche ist ein Raum, in dem man zusammenkommt. Es wird am Morgen geredet über den bevorstehenden Tag oder man lässt am Abend, das Geschehene Revue passieren. Oft teilt man die Gedanken mit Freunden und Familie. Genauso wie man es auch schon vor hunderten Jahren gemacht hat, als man sich gemeinsam ums Lagerfeuer versammelte.


Das gehört in die Wohnküche

Klar, in jede Küche gehören Herd und Kühlschrank, aber eine offene Variante bietet noch etwas mehr Möglichkeiten. Immer beliebter werden in diesem Zusammenhang die Kücheninseln. Dabei können Herd oder auch die Spüle in einen Block in der Raummitte eingelassen werden. Der Vorteil dabei ist, dass man direkt mit mehreren Menschen Essen zubereiten kann, ohne, dass man sich gegenseitig auf die Füße tritt. Kombiniert man die Kücheninsel noch mit einigen zusätzlichen Barhockern, hat man direkt noch Sitzplätze für mehrere Personen.

Daneben ist es noch sinnvoll einen Esstisch in dem Raum zu platzieren. Bänke statt Stühlen lockern das Ganze etwas auf und schaffen eine geselligere Atmosphäre.

Ganz wichtig für eine offene Küche ist eine starke Dunstabzugshaube. Stark deshalb, weil das ganze Zimmer, in dem auch noch Fernseher und Sofa Platz haben müssen, nicht nach dem zubereiteten Essen riechen soll.


Vorteile der offenen Küche

Das Konzept überzeugt nicht nur durch seine Optik, sondern auch durch Geselligkeit. Wenn beispielsweise Gäste geladen sind, dann kann sich der Koch während der Zubereitung mit ihnen unterhalten. Außerdem können Familien mehr Zeit miteinander verbringen, etwa, wenn Kinder die Hausaufgaben machen, können sie währenddessen beim Kochen zuschauen. Gleichzeitig werden die Kinder auf diese Weise besser beaufsichtigt.

Ein weiterer Vorteil ist die Zimmergröße. Offene Küchen, die mit dem Wohnzimmer oder dem Esszimmer verbunden sind, bieten viel mehr Platz und vermitteln ein luftiges Raumgefühl.

Bei einem Neubau ist es außerdem eine Preisfrage. Bauen wird immer teurer und durch das Konzept einer offenen Küche können Wände und somit auch Geld eingespart werden.


Nachteile der offenen Küche

Wo es Licht gibt, ist auch Schatten - das gilt auch für Wohnküchen. Es hat zwar viele Vorteile, wenn man alles in einem Raum kombiniert hat, allerdings gibt es auch mehrere Nachteile. Vor allem die Gerüche und Dämpfe, die durch die Essenszubereitung entstehen, können störend sein. Selbst wenn man eine sehr leistungsstarke Dunstabzugshabe hat, lassen sich manche Düfte nicht komplett vermeiden und die setzen sich häufig dann auch in den Möbeln fest. Mit der Zeit könnte das sogar zu Schimmel führen.

Ein weiterer Nachteil ist die Optik. Eine offene Küche kann auf jeden Fall sehr schön und modern aussehen, dazu müsste sie aber immer aufgeräumt sein. Niemand will auf dreckiges Geschirr und Töpfe starren, wenn man gerade versucht ein Buch zu lesen. Hier wünscht man sich dann doch eine Tür, die man einfach verschließen kann.

Eine abschließbare Küche ist aber auch beim Thema Kinder wichtig. Bei einer offenen Küche haben sie nämlich Zugang zu Messern, Küchengeräten oder auch Reinigungsmitteln, sodass die offene Küche sogar gefährlich werden kann, vor allem für kleinere Kinder.


Geschlossene Küche für Pragmatiker

Der Vorteil einer geschlossenen Küche ist, dass sie wirklich auf das Kochen ausgelegt ist. In manchen Fällen findet man vielleicht noch einen kleinen Tisch, an dem man eben mal schnell etwas Kleines essen und trinken kann. Dabei bleiben Lärm und Gerüche in der Küche, genauso wie das dreckige Kochgeschirr. Die anderen Räume bleiben unangetastet.

Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass man sich an einem Abend mit Gästen vom Geschehen abschottet. Bei einer geschlossenen Küche bekommt am also weniger Geselligkeit, dafür können sich Hobbyköche, die zur Entspannung kochen, besser zurückziehen.


Welche Küche ist die Richtige?

Wer baut, saniert oder renoviert muss hier wohl auf sein Bauchgefühl hören. Beide Formen der Küche haben ihre individuellen Vorteile. Die offene Küche bringt beispielsweise mehr Geselligkeit. Bei der Geschlossenen bleiben allerdings Gerüche und Lärm dort wo sie hingehören. Wenn man sich für eine der beiden Varianten entscheidet, hängt das vom eigenen Stil, Geschmack, dem möglicherweise vorhandenen Raum und der jeweiligen Familienstruktur ab.

 

Bildnachweis: unsplash.com, © Christa Grover