Internet-Anschluss im Neubau – die wichtigsten Infos

22.02.2023

Ein Haushalt ohne Internet? Heutzutage nahezu undenkbar


Internet-Anschluss im Neubau – die wichtigsten Infos

Internet-Anschluss im Neubau

Aus diesem Grund muss ein jeder Bauherr sich früher oder später mit der Einrichtung eines Internet-Anschlusses in seinem zukünftigen Haus befassen. Damit bei der Beantragung alles reibungslos klappt, informieren wir Sie hier über das optimale Timing, die notwendigen Beantragungsschritte sowie die verschiedenen Arten von Internet-Anschlüssen.

Wann sollten Sie sich um den Internet-Anschluss kümmern?

Wie bei allen Planungen beim Hausbau gilt: Lieber zu viel als zu wenig Zeit einplanen. Befassen Sie sich so früh wie möglich mit dem Thema Internet in Ihrem Zuhause. Denn nicht nur Sie brauchen Zeit zur Planung, sondern auch der auserkorene Netzbetreiber benötigt eine Weile, bis die vertraglichen Aspekte geregelt und die Technik im Haus verlegt ist. Damit Sie beim Einzug nicht ohne Internet für Homeoffice und Co. dastehen, sollten Sie eine Vorlaufzeit von rund 16 bis 20 Wochen für die Beantragung, Genehmigung und das Verlegen des Anschlusses einplanen. Das deckt sich nahezu mit den empfohlenen Vorlaufzeiten für die Beantragung des häuslichen Stromanschlusses – idealerweise können Sie also Internet und Strom parallel beantragen.

So beantragen Sie einen Internet-Anschluss für Ihr neues Zuhause

Machen Sie sich am besten bereits vorab Gedanken darüber, welche Technologie für den Internet-Anschluss Sie bevorzugen und welche Internetgeschwindigkeit Sie voraussichtlich brauchen. Mit diesen Informationen im Hinterkopf können Sie sich auf die Suche nach dem zuständigen Netzbetreiber machen und bei diesem einen Internet-Anschluss beantragen.

1.       Netzbetreiber ausfindig machen:

Die erste Anlaufstelle für einen neuen Internet-Anschluss ist die Gemeinde. Diese gibt Ihnen Auskunft darüber, welcher Internet-Anbieter für Ihr Baugrundstück zuständig ist.
Alternativ können Sie sich auch eigenständig an verschiedene Netzbetreiber wenden und dort die Verfügbarkeit Ihres Wunschanschlusses erfragen.

2.       Netzbetreiber kontaktieren:

Kontaktieren Sie den entsprechenden Netzbetreiber. Dieser teilt Ihnen dann mit, welche Bandbreiten und Anschlussarten verfügbar sind. Zudem können Sie eine sogenannte Bauherrenberatung beanspruchen, bei der Sie über die benötigten Unterlagen für die Beantragung aufgeklärt werden.

3.       Unterlagen zusammentragen:

Damit der Netzbetreiber mit der Einrichtung des Internet-Anschlusses beginnen kann, benötigt dieser zunächst einige Informationen zu Ihrem Baugrundstück und Ihrem geplanten Neubau.

Dazu können unter anderem folgende Unterlagen gehören:

  • Erklärung zum Gebäude-Potenzialausgleich
  • Lageplan des Baugrundstückes
  • Lage- und Grundrissplan inklusive eingezeichneter Hausanschlüsse
  • Mitteilung mit Terminwunsch für die Bereitstellung
  • Angabe zur Verlegungsart (oberirdisch/unterirdisch)

Berücksichtigen Sie jedoch, dass jeder Netzbetreiber individuelle Vorgaben für die Einreichung der Dokumente hat. Fragen Sie also explizit Ihren Anbieter nach einer Auskunft über die geforderten Unterlagen.

Haben Sie alle Dokumente beisammen, schicken Sie diese gesammelt zum entsprechenden Netzanbieter, sodass dieser die weiteren Schritte in die Wege leiten und den Internet-Anschluss verlegen kann.

Die Möglichkeiten für Ihren Neubau

Es gibt drei verschiedene Anschluss-Arten, deren Verfügbarkeit aber je nach Anbieter und Netzabdeckung variieren kann: DSL, Kabelinternet und Glasfaser. Welche Technologien mit welcher Bandbreite in Deutschland verfügbar sind, zeigt der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV).

DSL

DSL („Digital Subscriber Line“) ist der Klassiker unter den Internet-Anschlüssen. Rund 95 % der deutschen Haushalte sind ans DSL-Netz angeschlossen. Die Technologie überträgt das Internetsignal über Kupferkabel zum Verteilerkasten und anschließend in den Haushalt. Damit können Datenraten von 16 Mbit/s erreicht werden. Angeschlossen wird ein DSL-Router über den Telefonanschluss des Haushalts. Teils liegen die tatsächlich verfügbaren Datenraten jedoch deutlich unter den 16 Mbit/s. Das liegt daran, dass durch die Übertragung per Kupferkabel ein Signallabfall entsteht. Je länger die Kupferleitung, desto stärker der Signalabfall. Die Weiterentwicklung von DSL nennt sich VDSL – hierbei wird das Signal mittels Glasfaserkabel zum Verteilerkasten übertragen. Ab dem Verteilerkasten sind dann wieder Kupferkabel in Benutzung. Durch die Kombination aus Glasfaser- und Kupferkabel erreicht ein VDSL-Anschluss Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s.

Kabel

Beim Kabelanschluss wird das Internet über das TV-Kabelnetz, das sogenannte Koaxialnetz, bereitgestellt. Dies ermöglicht Datenraten von bis zu 1.000 Mbit/s. Zu Stoßzeiten kommt es jedoch hin und wieder zu einer verringerten Internetgeschwindigkeit, da sich in der Regel mehrere Haushalte eine Kabelleitung teilen. Ein großer Vorteil des Kabelnetzes ist ohne Frage der Preis. Im Vergleich zu DSL und Glasfaser sind die Kabeltarife meist günstiger. Zudem ist auch das Kabelnetz in Deutschland zumindest in städtischen Regionen gut ausgebaut, sodass dieses für viele Haushalte verfügbar ist.

Glasfaser

Homeoffice, Streaming und Gaming – damit all dies reibungslos vonstattengeht, ist eine entsprechende Bandbreite entscheidend. Die höchste Bandbreite erzielt derzeit das Glasfasernetz – ganze 1.000 Mbit/s sind bei einem FTTH-Anschluss („fiber to the home“) möglich. Dieser wird mittels Glasfaserkabel direkt vom Verteilerkasten in die Wohnung gelegt. Die Leitung steht exklusiv Ihnen zur Verfügung, wodurch Sie die volle Geschwindigkeit des Anschlusses ausnutzen können. Das Glasfasernetz in Deutschland befindet sich derzeit noch im Ausbau, weshalb die Verfügbarkeit gerade in ländlichen Regionen noch nicht wirklich flächendeckend ist. Den aktuellen Stand Ihres lokalen Glasfaserausbaus können Sie auf der Seite Ihrer Gemeinde, des Bundeslands oder der Netzanbieter einsehen.

Kosten eines Internet-Anschlusses im Neubau

Muss ein neuer Internet-Anschluss für ein Haus beziehungsweise Grundstück verlegt werden, gehen damit Bereitstellungs- und Installationskosten einher, die Sie als Bauherr tragen. Wie hoch diese Kosten ausfallen, hängt stark von der Lage des Grundstücks, der gewählten Anschlussart und den bereits vorliegenden technischen Voraussetzungen ab. Die Kosten können daher zwischen einigen hundert bis zu mehreren tausend Euro liegen. Holen Sie idealerweise einen Kostenvoranschlag bei Ihrem ausgewählten Anbieter ein. So haben Sie eine konkrete Vorstellung, welche Kosten auf Sie zukommen und können diese in die Gesamtkostenkalkulation Ihres Hausbaus aufnehmen.