Was ist bei Bauzinsen zu beachten?

Der Traum vom eigenen Haus begleitet viele Menschen. Wer sich diesen erfüllen möchte und nicht ausreichend Eigenkapital zur Verfügung hat, muss nach einer Baufinanzierung Ausschau halten.


Bauzinsen

Noch immer befinden sich Bauzinsen auf einem niedrigen Niveau.

Baufinanzierungsvergleich

Wer nach möglichst günstigen Bauzinsen Ausschau hält, sollte einen Baufinanzierungsvergleich zu Rate ziehen.

Der Traum vom eigenen Haus begleitet viele Menschen. Wer sich diesen erfüllen möchte und nicht ausreichend Eigenkapital zur Verfügung hat, muss nach einer Baufinanzierung Ausschau halten. Ausschlaggebend für eine gute Wahl sind niedrige Bauzinsen. In der Vergangenheit waren diese von einem stetigen Abwärtskurs gekennzeichnet. Teilweise profitierten Kreditnehmer vom Baugeld fast zum Nulltarif. Nun stellt sich die Frage, wie sich die Bauzinsen entwickeln und ob eine Trendwende droht.


Bauzinsen befinden sich auf einem historisch niedrigen Niveau


Wer im Spätsommer oder Herbst 2021 bauen möchte, profitiert von niedrigen Bauzinsen. Sie liegen zwischen 0,4 und 1,1 Prozent effektiven Jahreszins. Der genaue Wert hängt von der Höhe des Darlehens sowie der Dauer der Zinsbindung ab. Je länger diese ausfällt, desto höher fallen die Zinsen aus. Beträgt sie beispielsweise 20 Jahre, ist laut einem Baufinanzierungsvergleich mit einem Effektivzins von 1,05 Prozent zu rechnen.

Dieses niedrige Zinsniveau ist jedoch kein aktueller Trend, sondern eine seit mehreren Jahrzehnten bestehende Entwicklung. Seit 2008 machen die Bauzinsen eine stetige Abwärtsbewegung durch. Ursprünglich handelte es sich um eine Reaktion auf die globale Finanz- und Bankenkrise. Die niedrigen Bauzinsen bringen positive und negative Aspekte für das gesamte Baudarlehen sowie die Anschlussfinanzierung mit sich.

Positiv ist, dass die Kreditinstitute die Immobilienkredite zu sehr niedrigen Zinsen vergeben. Dementsprechend sind sie preiswert. Obgleich die Bauzinsen aktuell historisch niedrig sind, sollte nicht auf einen umfassenden Kreditvergleich verzichtet werden. Mit seiner Hilfe findet man heraus, welcher Anbieter mit den besten Konditionen aufwartet.

Nachteilig erweist sich an diesem Zinstief, dass die Nachfrage nach Immobilien steigt. Das treibt die Preise für:

  • Baubedarf,
  • Häuser,
  • Wohnungen und
  • Grundstücke

in die Höhe. Des Weiteren kann es passieren, dass man durch ein günstiges Zinsangebot übereilte Entscheidungen trifft. Um das zu vermeiden, gilt es, die Baufinanzierung vor dem eigentlichen Projekt realistisch ins Auge zu fassen. Dabei hilft es, sich über die zu erwartenden Kosten zu informieren. Wer diese gering halten möchte, schaut sich beispielsweise nach staatlichen Förderungen um.


Steigen die Bauzinsen in absehbarer Zeit wieder?

Zwischen 2019 und 2021 waren bei Bauzinsen kleine Erhöhungen zu verzeichnen. Sie führten teilweise zu einem durchschnittlichen Finanzierungszins von 1,0 Prozent. Allerdings droht laut Baufinanzierungsexperten kein plötzlicher gravierender Anstieg. Dieser würde nur erfolgen, wenn die Europäische Zentralbank von der herrschenden Niedrigzinspolitik absieht. Hinweise darauf existieren bisher nicht. Dennoch können bei Bauzinsen immer wieder kleinere Schwankungen auftreten. Sie entstehen aufgrund wirtschaftlicher Einflüsse.


Wie erhält man einen günstigen Bauzins?

Viele Anbieter werben mit niedrigen Bauzinsen. Beantragt man dann die Baufinanzierung, steigt der Effektivzins. Grund ist die Berechnung der Bauzinsen, die ein Kreditgeber für ein Darlehen anbietet. Sie findet auf Grundlage individueller Faktoren ab. Beispielsweise spielt es eine Rolle, wie viel Eigenkapital zur Verfügung steht. Ebenfalls wird die Dauer des Darlehens in die Berechnung einbezogen. Weitere Punkte können die Art der Immobilie, ihre Lage und vorhandene Absicherungen sein.

Um von möglichst günstigen Bauzinsen zu profitieren, sollte man sich über diese Faktoren schlaumachen. Ein wichtiger Punkt ist dabei, wie sich das Eigenkapital auf die Zinshöhe auswirkt. Grundsätzlich gilt eine Faustregel: Je mehr eigenes Kapital den Bauherren zur Verfügung steht, desto geringer ist das Risiko des Finanzinstituts bei der Kreditvergabe. Das verschafft ihnen die Möglichkeit, günstige Baukredite anzubieten. Sie warten beispielsweise mit einem niedrigen Sollzins auf.

Den besten Zinssatz für die Baufinanzierung bekommt man, wenn man 40 bis 70 Prozent Eigenkapital einbringt. Höher sollte die Eigenbeteiligung jedoch nicht ausfallen. Dann ist die Kreditsumme nicht hoch genug, um für den Kreditgeber ein lohnendes Geschäft darzustellen. Die unangenehme Folge: Der Zins erhöht sich wieder. Das ist zu vermeiden, wenn sich die Finanzierung mit Eigenkapital auf folgende Aspekte beschränkt: Bau- und Kaufnebenkosten. Dazu gehören beispielsweise Posten wie die Grunderwerbssteuer oder Gebühren für Makler und Grundbucheintrag.

Fließt das Eigenkapital in andere Bereiche, handelt es sich um eine 110-Prozent-Finanzierung. Aufgrund der hohen Kosten, die sie mit sich bringt, ist sie nicht empfehlenswert.

Neben dem Eigenkapital, das zur Verfügung steht, wirkt sich auch das Einkommen auf die Höhe der Bauzinsen aus. Vergibt ein Finanzinstitut einen Kredit – um nichts anderes handelt es sich bei einer Baufinanzierung – steht die Sicherheit an erster Stelle. Im Fall eines Kreditausfalls drohen dem Kreditgeber hohe Verluste. Um dieses Risiko in Grenzen zu halten, sind die Konditionen für Kreditnehmer mit höherem Einkommen und sicherem Arbeitsplatz oftmals attraktiver. Wer dagegen wenig Geld bekommt, Alleinverdiener oder Selbstständiger ist, muss entweder mehr für den Baukredit zahlen oder wird direkt abgelehnt.

TIPP: Auf die Kreditvergabe wirkt sich nicht zuletzt die Bonität der Kreditnehmer aus. Ein Blick auf die eigene Schufa-Akte kann Unstimmigkeiten frühzeitig aufdecken und verhindern, dass ein negativer Kreditbescheid ins Haus flattert.


Wie gelingt es, die richtige Bausumme zu wählen?

Mehrere Faktoren bei der Kreditvergabe wirken sich auf die Bauzinsen aus. Dazu gehört neben der Zinsbindung und der Tilgungshöhe die eigentliche Kreditsumme. Deren Höhe beeinflusst den Bauzins direkt. Je höher sie ausfällt, desto höhere Zinsen werden vom Anbieter veranschlagt. Diese Entwicklung ist leicht zu erklären: Aus Sicht des Kreditgebers steigt mit der Kreditsumme das Risiko eines finanziellen Verlusts. Dieser droht beispielsweise, wenn die Kreditnehmer die Raten nicht tilgen können.

Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch nicht, dass eine niedrige Kreditsumme automatisch niedrige Bauzinsen mit sich bringt. Um die beste Höhe zu ermitteln, kann ein Kreditrechner eine sinnvolle Hilfe darstellen.


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