Das Leben mit einer Ölheizung

Vor- und Nachteile im Überblick


Ölheizungen sind zuverlaessig

Ölheizungen sind zwar zuverlässig, jedoch in vielen Fällen nicht mehr wirklich zeitgemäß.

Verschiedene Heizungssysteme

Heute gibt es viele verschiedene Heizungssysteme.

Noch vor einigen Jahren wirkte es ganz so, als befände sich die Ölheizung im Sinkflug. Immer mehr Haushalte suchten nach anderen Lösungen - bis es zu einer Änderung kam und mit einem Mal wieder häufiger über diese Heizungsvariante nachgedacht wird. Warum auch nicht? Die Ölheizungen von heute sind moderner und umweltfreundlicher als die damaligen Modelle, die Ölpreise sind bereits seit längerer Zeit niedrig und die meisten Ölheizungen können mit anderen Heizungsvarianten kombiniert werden. Dieser Artikel schaut sich die Situation einmal an und erklärt, welche Vor- und Nachteile auf Nutzer zukommen.


Vorteile einer Ölheizung


Die alten Modelle der Ölheizungen waren unglaublich klobig und groß. Sie entsprachen längst nicht mehr den Auflagen der Energiesparverordnung, was auch dazu führte, dass so viele Haushalte auf andere Heizungstypen umstiegen. Mittlerweile hat sich dies geändert. Die neuen Modelle können wunderbar mit Solaranlagen verbunden oder auch zwischenzeitlich von einer Holzheizung unterstützt werden. Die Vorteile auf einen Blick:

  • Kosten - zumindest in den letzten zwei Jahren lag der Preis für Heizöl ziemlich niedrig. Die Betriebskosten können daher günstig sein, wobei hier natürlich immer der Weltmarkt und die Saison zu berücksichtigen sind. In der Anschaffung kostet die Ölheizung zwischen 10.000 und 15.000 Euro, wobei es hier natürlich Spielraum gibt.
  • Verbrauch - die moderne Brennwerttechnik spart deutlich Heizöl, teils bis zu dreißig Prozent zu den früheren Modellen. Wer die Heizung mit der Solaranlage verbindet und beispielsweise Warmwasser hierüber generiert, kann den Verbrauch noch absenken.
  • Vergleichbarkeit - Besitzer einer Ölheizung schließen selbstständig Verträge mit dem Öllieferanten ab. Hierbei können sie natürlich bei jeder Lieferung vergleichen und günstige Angebote herausfinden. Diese Variante ist allerdings nicht möglich, wenn der Öltank automatisch einen Liefervertrag beinhaltet.

Der Verbrauch der Ölheizung hängt natürlich von der konkreten Einstellung ab. Zudem entscheidet das Haus an sich über die Notwendigkeit des Heizens. In einem schlecht gedämmten Haus mit veralteten Heizkörpern wird auch eine moderne Ölheizung viel verbrauchen, um die Räume aufzuwärmen.


Nachteile einer Ölheizung

Auf viele Faktoren rund um die Heizung können Eigenheimbesitzer nur bedingt Einfluss nehmen. So kann letztendlich niemand absehen, wie sich die Ölpreise am Weltmarkt entwickeln und ob das heute günstige Öl nicht in fünf Jahren das Doppelte kostet. Zudem gibt es weitere Nachteile:

  • Öltank - für die Aufbewahrung des Öls ist ein entsprechender Tank notwendig. Dieser kann oberirdisch oder unterirdisch aufgestellt werden, wobei die unterirdische Variante natürlich die Kosten massiv in die Höhe schnellen lässt. Für den Öltank gelten besondere Bestimmungen, so muss beispielsweise der Tank nicht nur doppelwandig sein, sondern unterhalb des Tanks muss der Boden so beschaffen sein, dass auslaufendes Öl nicht ins Erdreich absinken kann. Ob der Tank im Haus oder im Garten steht, bleibt jedoch offen. In der Regel kann der Tank gekauft, er kann aber auch gemietet werden. Bei der letzteren Variante ist darauf zu achten, dass die Miete nicht gleich mit einem Zuliefervertrag einhergeht, da sonst der Öllieferant nicht mehr frei gewählt werden kann.
  • Ältere Modelle - während die modernen Ölheizungen sparsam, kompatibel und relativ umweltfreundlich sind, treffen diese Fakten nicht auf die alten Heizungsanlagen zu. Wer ein Haus mit einer alten Ölheizung kaufen will, sollte die Anlage unbedingt vorab prüfen lassen. Muss der Heizkessel getauscht werden? Wie sieht die Brennleistung aus? Entspricht die Anlage noch den heutigen Vorgaben? Teilweise kann der Tausch gegen ein neues Modell auf längerer Sicht günstiger sein.
  • Platz - wer nur ungern den Öltank im Garten aufstellen möchte, benötigt einen Platz im Keller. So nimmt das Zubehör zur Ölheizung natürlich wieder enormen Stauraum weg.
  • Verantwortung - bei der Ölheizung ist der Besitzer dafür verantwortlich, den Ölstand im Auge zu behalten und rechtzeitig Öl zu bestellen.

Bei der Entscheidung für oder gegen die Ölheizung, sollten sich Eigenheimbesitzer oder Bauherren vorab unbedingt erkundigen und von verschiedenen Stellen beraten lassen. Gut ist, wenn die Ölheizung direkt von Beginn an mit einer anderen Variante zur Wärmegewinnung kombiniert wird. Auf diese Weise kann nicht nur in der Übergangszeit anders geheizt werden, es lassen sich auch Engpässe oder verschwitzte Nachbestellungen kurzzeitig ausgleichen.


Tipps bei Defekten

Jede Heizung weist mit der Zeit Defekte auf. Bei der Ölheizung gilt natürlich auch, dass sie regelmäßig gewartet werden muss. Das betrifft nicht nur die Heizung, auch der Tank muss immer wieder gereinigt werden. Im Tank selbst setzt sich nämlich Ölschlamm an, der das Fassungsvermögen vermindert. Privatpersonen sollten den Tank spätestens alle fünf Jahre professionell reinigen und vollständig überprüfen lassen. Ansonsten könnten bei der Ölheizung einige Bauteile mit der Zeit den Betrieb einstellen:

  • Pumpe - die Pumpe pumpt das Öl aus dem Tank in den Brennkessel. Wie bei allen Pumpen setzen sich mit der Zeit Rückstände in den Leitungen ab, die diese verengen oder auch mechanische Bauteile beschädigen. Die Pumpe sollte daher ebenfalls, notfalls vom Fachmann, gesäubert werden. Außerdem ist es sinnvoll, auf qualitativ hochwertige Pumpen zu setzen, um am Ende keine bösen Überraschungen zu erleben.
  • Zündtrafo - er ist für die Zündungsspannung des Brenners verantwortlich. Reagiert die Heizung mit Mehrfachstarts oder Zündausfällen, kann dies am Trafo liegen.
  • Ölbrenner - der Brenner besteht aus der Brennstoffpumpe, dem Magnetventil, der Zündung, der Öldüse, einer Brenndüse sowie Steuerungen. Mit der Zeit kann der Ölbrenner Defekte aufweisen und dann wahlweise repariert oder ausgetauscht werden.

Auch Ölheizungen müssen nach den gesetzlichen Regelungen vom Schornsteinfeger überprüft werden. Hier geht es auch um den Abzug der Abgase, die natürlich nicht in die Innenräume geraten dürfen.


Fazit - die neue alte Heizungsalternative?

Ölheizungen sind wahrlich keine neue Erfindung, zudem galten sie schon als vom Aussterben bedroht. Doch die niedrigen Ölpreise und neuen Technologien machen diese Heizungsvariante für viele Eigenheimbesitzer wieder interessant. Warum auch nicht? Zwar wird Platz für den Tank benötigt, dafür können Heizungsbesitzer aber ihre Verträge selbst abschließen und bestimmen, wann und wo sie Heizöl kaufen. Nachdem sich die neuen Heizungsanlagen auch wunderbar mit Solaranlagen oder Wärmepumpen verbinden lassen, sinkt der Ölverbrauch nochmals und die Heizung muss nicht mehr ständig durchlaufen. Dennoch sollte vor der Anschaffung genau überlegt werden, ob diese Heizung ins eigene Heim passt.