Fertighaus bauen

Seit es den modernen Fertighausbau gibt, polarisiert die Entscheidung Fertighaus bauen oder eine andere Bauweise wählen die Meinungen vieler Bauherren.


Fertighaus bauen

Fertighaus bauen.

Während die einen immer noch meinen, dass es sich bei Fertighäusern grundsätzlich um billige Leichtbauten im Einheitslook von der Stange handelt, schwärmen andere von den zahlreichen Vorteilen von Fertighäusern.

Betrachtet man die Geschichte des Fertighauses, kann man durchaus von einer traditionellen, bewährten Bauweise sprechen. Ein Fertighaus bauen wollte schon Leonardo da Vinci, der schon im Italien der Renaissance, die ersten Erfindungen zur Fertigbauweise für Häuser machte. Im Zuge der Industrialisierung wurden im 19. Jahrhundert vor allem Industriebauten in rationeller Fertigbauweise errichtet. Die zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhundert brachten dann quasi den Durchbruch für das Fertighaus Bauen. Für fortschrittliche und weltweit erfolgreiche Architekten der Bauhausepoche wie Walter Gropius galt es nämlich bereits als sehr modern, ein Fertighaus zu bauen. Der Kriege und die Kriegsfolgen brachten dann in der Mitte des letzten Jahrhunderts viele Fertigbauten mit sich, die nur als primitiver Ersatz für die vielen zerstörten Gebäude gedacht waren aber bis noch heute das Image des Fertighauses beeinflussen. Trotz dieser Vorurteile konnte sich in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg eine Fertighausindustrie in Deutschland entwickeln, weil sie mit qualitativ hochwertigen Häuser und ansprechendem Design nicht wenige Bauherren zum Fertighaus Bauen anregte. Allerdings dauerte es über zwei Jahrzehnte, bis das Fertighaus Bauen im deutschen Markt nennenswerte Marktanteile erreichen konnte. Heute ist das Fertighaus Bauen voll im Markt etabliert, weil Fertighäuser genau so ästhetisch, werthaltig und individuell gestaltbar sind, wie in anderen Bauweisen errichtete Häuser.

Die besondere Bauweise beim Fertighaus bauen bringt den großen Vorteil, das ein Haus in sehr kurzer Bauzeit errichtet werden kann und kurze Bauzeiten bringen dem Bauherrn dann verschiedenste Vorteile. Die Bauelemente von Fertighäusern werden in der Produktion des Fertighausherstellers industriell vorgefertigt und müssen dann vor Ort nur noch montiert werden. Bei einem Fertighaus dauern die Vorbereitungen zum eigentlichen Bau des Fertighauses wie der Aushub, die Verlegung der Hausanschlüsse für die Ver- und Entsorgung und der Bau von Bodenplatten bzw. ggf. einem Keller länger, als das eigentliche Fertighaus Bauen. Darüber hinaus verwenden die meisten Fertigbauweisen trockene Bauelemente, sodass keine Zeit für das Austrocknen von Mauerwerk benötigt wird. So werden beim Fertighaus Bauen teure Zwischenfinanzierungen über längere Zeiträume vermieden und auch lange Wartezeiten zwischen Baubeginn und Einzug entfallen.

Auch die besonders bei der Massivbauweise von vielen gefürchteten Planungsrisiken sind bei einem Fertighaus geringer bzw. entfallen sogar ganz. Durch die fabrikmäßige Vorfertigung der Bauelemente wird der Hausbau praktisch unabhängig von Wettereinflüssen. Wenn man ein Fertighaus Bauen will wird damit der Zeitplan sehr kalkulierbar, was bei Massivbauweise während Schlechtwetterperioden oft nicht möglich ist.

Ein altes Argument von Kritikern, dass ein Fertighaus keine eigenen Planungen zulässt, ist ebenfalls lange überholt. Individuelle Planung ist beim Fertighaus Bauen mittlerweile genau so möglich, wie für Häuser in anderer Bauweise. Das gilt nicht nur für die Grundrisse, sondern auch für das architektonische Design. So findet man in den aktuellen Angeboten der Fertighaushersteller von der toskanischen Villa über regionale Baustile bis hin zum Architektenhaus alle architektonischen Designvarianten am Markt vertreten.