Gaspreis in diesem Jahr teuer

Hausbesitzer können mit einem Wechsel sparen


Gaspreis 2016

Knapp 28 Millionen Deutsche haben einen Gasanschluss in ihrem Haushalt.

Wer in seinem Zuhause mit Gas heizt und kocht, muss sich auf hohe Betriebskosten einstellen. Im Gegensatz zum sinkenden Ölpreis bleiben die Gaspreise gleich. Sie sollen in diesem Jahr sogar ansteigen. Die Kosten des Gaspreises hängen von den Kosten der Energiebeschaffung (wie dem Transport per Pipeline), den Vertriebskosten, den Steuern und dem Nutzungsentgelt ab. Außerdem kontrollieren die Gasunternehmen den Marktpreis. Sie sind es, die für die Preissteigerungen verantwortlich sind.

Der Wettbewerb ist groß. Alleine in Deutschland gibt es über 900 Gasanbieter. Sie unterteilen sich in regionale und überregionale Gasanbieter. Verbraucher können aus einer Vielzahl von Tarifen auswählen. Doch die Tarife sind hoch. Das bemängelt auch die Verbraucherzentrale. Sie verlangt von den Gasversorgern, die günstigen Einkaufspreise an die Kunden weiterzugeben. Denn der Weltmarktpreis für Erdgas ist gering. Die niedrigen Preise sind aus der Energycomment-Studie, die durch die Grünen in Auftrag gegeben wurde, ersichtlich. Sie zeigt, dass der Importpreis für Gas im letzten Jahr von 2,95 Cent/kWh auf 1,96 Cent/kWh gefallen ist. Die Verbraucher haben davon nicht profitiert.

Gasanbieter erklären, dass Preissenkungen durch das mangelnde Angebot an Erdgas nicht möglich seien. Während beim Öl ein Überangebot besteht und mehr gefördert wird als nötig, ist das beim Erdgas nicht der Fall. Die Gasversorger geben zudem an, dass sie ihr Gas für zwei Jahre im Voraus kaufen, wodurch sie keinen Spielraum für Preissenkungen hätten.

Gasanbieter wechseln

Damit Hausbesitzer von den niedrigen Weltmarktpreisen auf dem Gasmarkt profitieren können, sollten sie die den Gasanbieter wechseln. Wenn viele Verbraucher zu einem Anbieter gehen, steigt die Wechselquote. Die Branche gerät darauf hin unter Druck und senkt die Preise. Laut einer Statistik des Bundeskartellamts haben nur wenige Verbraucher bisher von einem Wechsel Gebrauch gemacht, um Geld zu sparen. Davon profitierten die Gasversorger mit Mehreinnahmen von 1,3 Milliarden Euro. Warum es einen Wechselunmut der Nutzer gibt, ist nicht klar. Dabei lohnt sich Gasanbieterwechsel auf jeden Fall. Aufgrund von Bequemlichkeit sollte darauf nicht verzichtet werden.

Viele Hausbesitzer stecken seit Jahren in einem Grundversorgungsvertrag. Kaum ein Verbraucher ist bei einem überregionalen Versorger unter Vertrag. Ein Gaspreisvergleich im Internet zeigt, dass die Preisunterschiede zwischen den teuersten und günstigsten Anbietern bei mehr als 600 Euro im Jahr liegen.Hier finden Sie mehr Infos.

So funktioniert der Preisvergleich

Wechselfreudige Gaskunden sollten die letzte Abrechnung hervorholen und überprüfen, wie viel sie im vergangenen Jahr für das Gas gezahlt haben. Der Kilowattstundenverbrauch auf der Rechnung dient als Grundlage für den Gaspreisvergleich. Verbraucher geben diesen zusammen mit der Postleitzahl in einem Vergleichsportal ein. Anschließend wird ihnen der günstigste Versorger mit den möglichen Tarifen angezeigt. Da Anbieter mit den günstigsten Tarifen nicht immer die besten sind, sollten sich die Nutzer informieren, welche Versorger:

  • seriös sind,
  • faire Kündigungsmöglichkeiten anbieten,
  • einen guten Kundenservice haben,
  • ökologisch sind,
  • günstige Gaspreise anbieten,
  • gerechte Vertragsbedingungen haben.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat die Gasversorger in Deutschland unter die Lupe genommen und überprüft. In einer Rankingliste sind die besten 36 Gasanbieter aufgelistet. Zu den Top Versorgern zählen Knauber Erdgas, Montana, Team Energie und Envitra.

Vorsicht bei Aktionen und Preisgarantien

Wie sich zeigt, spielen neben den immensen Preisunterschieden vor allem die Vertragsbedingungen eine große Rolle bei der Wahl des passenden Anbieters. 

Verbraucher sollten keinen Gasversorger auswählen, der eine Preisgarantie anbietet. In der Regel sind diese Tarife an eine lange Vertragslaufzeit von 12 Monaten bis zu zwei Jahren geknüpft. Wenn in dieser Zeit die Preise sinken, zahlt der Kunde aber weiterhin den im Vorfeld vereinbarten Gaspreis. Zudem sind diese Tarife teurer, da die Anbieter eventuelle Preiserhöhungen des Weltmarktpreises mit einkalkulieren. Diese Verträge haben nur einen Sinn, wenn die Gaspreise tendenziell ansteigen und die Laufzeit gering ist.


HINWEIS:
Obwohl Verbraucher einen Vertrag mit Preisgarantie abschließen, behalten sich viele Gasanbieter eine Preissteigerung aufgrund von Steuern oder Abgaben vor. Diese Klausel befindet sich im Kleingedruckten. Das heißt, es ist keine hundertprozentige Preisgarantie gegeben.


Einige Gasanbieter werben Neukunden mit Bonussen und Prämien. Bei Vertragsabschluss erhalten diese ein Bonusgeld von mehreren Hundert Euro. Das klingt verlockend. Die Sache hat aber einen Haken. Der Tarif mit Sofortbonus ist nur im ersten Jahr günstig. Danach wird es teuer. Kunden, die einen Bonus in Anspruch nehmen wollen, sollten deshalb zum Ende des ersten Jahres kündigen. Mittlerweile wissen viele Gasversorger um diesen Trick. Sie zahlen den Bonus erst im 13. Monat aus, sodass die Kunden zwei Jahre an den Vertrag gebunden sind. Solche Anbieter sollten Verbraucher meiden.

Verbraucherzentralen warnen vor Tarifen mit Vorauskasse. Für viele Hausbesitzer ist die Option, den Gaspreis des kompletten Jahres im Voraus zu zahlen attraktiv. In der Regel sind diese Tarife preisgünstig. Kunden gehen aber das Risiko ein, dass der Gasanbieter während der Laufzeit insolvent geht und das bereits gezahlte Geld weg ist. Bei Vorkasse sollten Verbraucher einen etablierten Versorger auswählen, der seit Jahren stabil ist und bei dem eine Insolvenz unwahrscheinlich ist.

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