Badumbau

So entsteht ein barrierefreies und altersgerechtes Badezimmer


Dem Alter sorgenfrei entgegenblicken

Dem Alter sorgenfrei entgegenblicken.

Eine gute Planung ist vor dem Umbau des Badezimmers essentiell

Eine gute Planung ist vor dem Umbau des Badezimmers essentiell

Eine barrierefreie Dusche ist nicht nur praktisch, sie sieht auch edel aus

Eine barrierefreie Dusche ist nicht nur praktisch, sie sieht auch edel aus

Behindertengerechtes WC

Behindertengerechtes WC

Im Hinblick auf den Ruhestand macht es sehr viel Sinn, frühzeitig in ein barrierefreies und altersgerechtes Bad zu investieren. Viele Umbaumaßnahmen werden sogar staatlich gefördert. Wie aber wird ein normales Badezimmer zu einem barrierefreien Bad, welches auch im Alter und bei eingeschränkter Beweglichkeit problemlos genutzt werden kann?

Inhaltsverzeichnis:
1. Was muss bei der Planung eines barrierefreien Bades beachtet werden?
2. Worauf muss bei den einzelnen Umbaumaßnahmen geachtet werden?
3. Welche staatlichen Förderungen gibt es?

1. Was muss bei der Planung eines barrierefreien Bades beachtet werden?
Wer beim Umbau des Bades zeitgemäß und nachhaltig arbeitet, kann auch später problemlos Veränderungen vornehmen und das Bad auf die sich verändernden Lebensumstände anpassen. Folgende Kernaspekte spielen bei einem barrierefreien und altersgerechten Badezimmer eine Rolle:

  • Die Türen müssen ausreichend breit sein, damit ein bequemer Zugang zum Bad gewährleistet ist. Auch mit dem Rollstuhl sollte das Bad problemlos nutzbar sein.
  • Türschwellen, untere Türanschläge und Niveauunterschiede im Bereich der Dusche sollten beseitigt werden.
  • Der Fußboden und auch der Bereich der Dusche sollten aus rutschhemmenden Materialien gefertigt sein.
  • Die Bewegungsfläche im Bereich der Dusche, vor dem WC und vor dem Waschbecken sollte besonders großzügig sein.
  • Um Verbrühungen zu vermeiden, sollte ein Temperaturbegrenzer eingebaut werden.
  • Schwache Wände müssen in ihrer Tragfähigkeit unterstützt werden, damit ein wandhängendes WC montiert werden kann. So genannte Vorwandinstallationssysteme kommen dabei zum Einsatz.
  • Pflegeleichte Sanitärobjekte erleichtern die Reinigung des Badezimmers.
  • Alle Sanitärobjekte sollten nachträglich austauschbar sein, damit sie sich an die gegebenenfalls veränderten Umstände im Alter anpassen können.

2. Worauf muss bei den einzelnen Umbaumaßnahmen geachtet werden?

  • Die Tür: Die Türschwellen und untere Türbeschläge werden entfernt und die Tür wird auf 80 bis 90 Zentimeter verbreitert. Zudem sollte die Tür nach außen geöffnet werden, da dies mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit im Bad gewährleistet.
  • Die Armaturen: Bedienfreundliche Armaturen machen die Benutzung des Bades komfortabler. Temperaturbegrenzer schützen vor Verbrühungen und ein Sparduschkopf sowie Sparaufsätze für die Wasserhähne verbrauchen weniger Wasser und sind somit gut für die Umwelt und das Portemonnaie.
  • Die Dusche: Die Grundfläche der Dusche sollte besonders groß sein. Mindestens 120 mal 120 Zentimeter. Besser sind jedoch 150 mal 150 Zentimeter. Die Dusche sollte barrierefrei zu betreten sein und zudem ein rutschhemmendes Material aufweisen, damit das Verletzungsrisiko sinkt. Trennwände die nach innen und außen aufklappbar sind, erleichtern den Zugang zusätzlich und schützen das restliche Bad vor Spritzwasser.
  • Die Badewanne: Ist das Badezimmer groß genug, kann eine Badewanne eingebaut werden. In kleinen Badezimmern wird die Badewanne besser durch eine großzügige Dusche ersetzt. Wird eine Badewanne eingebaut, sollte es sich um eine Liege- oder Sitzbadewanne mit Tür handeln, da der Ein- und Ausstieg in diese, im Alter, besonders leicht fällt. Wer eine normale Wanne bevorzugt, kann ein Unterbau-Wannensystem einbauen. Auf dieses wird die Wanne aufgesetzt. Nachträglich kann sie durch eine ebenerdige Dusche ersetzt werden.
  • Der Waschtisch: Wird ein Unterputz- oder Flachaufputzsiphon eingebaut, kann der Waschtisch nachträglich ganz einfach gegen ein unterfahrbares Modell mit Beinraum ausgewechselt werden. Dies ist zum Beispiel von Vorteil, wenn einer der Bewohner später auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
  • Der Bodenbelag: Der Bodenbelag im gesamten Badezimmer sollte rutschhemmend sein, da so das Risiko von Stürzen minimiert wird. Laut den Vorgaben der GUV-I 8527 sollte er mindestens der Bewertungsgruppe B entsprechen.
  • Das WC: Ein WC, welches an der Wand hängt, ist besonders praktisch, da darunter leicht gereinigt werden kann. Wird das WC an ein Vorwand-Installationssystem gehängt, kann es später problemlos ausgetauscht werden, sollte beispielsweise ein behindertengerechtes WC von Nöten sein. Es gibt zudem Montageelemente, die eine Höhenverstellung des WC ermöglichen.
  • Die Bewegungsflächen des Badezimmers: Die Sanitärobjekte sollten so angeordnet werden, dass zischen ihnen möglichst viel Bewegungsfläche besteht. Vor der Badewanne, dem Waschtisch und dem WC sollten mindestens 120 mal 120 Zentimeter Platz sein. Besser ist allerdings eine Fläche von 150 mal 150 Zentimetern. Nicht nur im Alter ist dies sehr praktisch, auch Familien mit Kindern wissen den Vorteil von einem großzügig angelegten Badezimmer zu schätzen.
  • Das Fenster: Sofern ein Fenster im Badezimmer vorhanden ist, sollte darauf geachtet werden, dass es leicht bedient werden kann. So ist es einfacher, den Öffner im unteren Bereich des Fensters anzubringen.
  • Die Wände: Die Tragfähigkeit der Wände kann, wenn gewünscht, erhöht werden. So können nachträglich wandhängende Halte- und Stützgriffe montiert werden.
  • Die Fliesen: Die Fliesen im Badezimmer sollten mit einer antibakteriellen und pilzhemmenden Fugendichtung versehen sein. Zubehör gibt es hierzu beispielsweise unter www.engelbert-strauss.ch. Dies Erleichtert die Reinigung und beugt Schimmelpilzen vor.

3. Welche staatlichen Förderungen gibt es?
Ein Badezimmerumbau ist nicht günstig. Glücklicherweise gibt es staatliche Förderungen, etwa von der KfW-Bankengruppe. Haus- oder Eigentumsinhaber können den Antrag auf eine staatliche Förderung oder einen günstigen Kredit stellen. Vermieter, die ihre Immobilien altergerecht umbauen wollen, können den Antrag ebenso stellen und eine staatliche Förderung erhalten. Besitzer von Ferienhäusern sind hingegen ausgeschlossen von dem Förderprogramm der KfW. Wichtig ist, dass der Antrag schon vor Beginn der Umbaumaßnahmen gestellt wird. Nachträglich können keine Zuschüsse mehr angefordert werden. Weitere Informationen finden sich im Artikel: „Fördermittel zum Renovieren“.

Wer sein Badezimmer schon jetzt umbaut, kann dem Alter entspannt entgegenblicken. Übrigens: Ein altersgerechtes- und barrierefreies Badezimmer muss keineswegs den Charme eines Krankenhausbads versprühen. Edle Sanitäranlagen, schöne Fliesen und Dekorationselemente sowie hochwertige Textilien machen auch ein altersgerechtes Bad zu einer echten Wellness-Oase.

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