Aktuelle Bautrends in Deutschland

Wer ein Haus bauen möchte, sollte eines definitiv vermeiden: jedem Bautrend hinterher zu rennen.


Aktuelle Bautrends in Deutschland

Aktuelle Bautrends in Deutschland.

Allerdings ist ein Bautrend in der Regel nicht ohne Grund entstanden. Von daher gilt es, beim Haus Bauen abzuwägen, welchem Bautrend man folgen möchte und welchen Bautrend man lieber links liegen lässt. Denn beim Haus bauen geht es vor allem darum, etwas Dauerhaftes zu schaffen. Von daher macht eine zu starke Anbiederung an reine Modeerscheinungen mit meist nur kurzer Halbwertzeit eher wenig Sinn. Besser ist es beim Haus bauen darauf zu achten, dass Aufteilung und Stil eine möglichst zeitlose Gültigkeit aufweisen.

Flexibilität ist das Gebot der Stunde
Bei Wohnhäusern zeichnet sich in den letzten Jahren ein klarer Bautrend ab, was die Gestaltung von Gebäuden im Innern betrifft. Hierbei geht es vor allem um die Vermeidung von zu vielen tragenden Wänden. Dies ist notwendig, um mehr Flexibilität hinsichtlich einer nachträglichen Veränderung der Raumaufteilung zu erreichen. Die Küche später doch in den Wohnbereich zu integrieren oder ein zusätzliches Kinderzimmer abzuteilen wird auf diese Weise deutlich einfacher. Auch hinsichtlich der Verbindung einzelner Stockwerke im Wohnbereich, etwa in Form einer Galerie, findet mehr und mehr Freunde. Überhaupt sind beim Haus bauen derzeit hohe Decken hoch im Kurs. Dieser Bautrend hin zu einer freieren, helleren Form des Wohnens äußerst sich auch bei Gestaltung der Wände. Während hier noch vor wenigen Jahren kräftige Farben den Ton angaben, ist in letzter Zeit wieder deutlich mehr farbliche Zurückhaltung angesagt. Akzente werden derzeit eher durch speziellere Formen der Beleuchtung sowie einzelne extravagante Möbelstücke gesetzt.

Langlebigere Materialien bis in die Inneneinrichtung
Ein weiterer Bautrend betrifft die Verlagerung im Hinblick auf verwendete Baumaterialien. Hier hat auch beim Haus bauen das Thema Nachhaltigkeit in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Neben der Reduktion der Kosten im Zusammenhang mit späteren Renovierungen sprechen auch wohnklimatische Gründe für diesen Trend. So werden beispielsweise in letzter Zeit deutlich mehr Echtholz- oder Korkfußböden bei der Innengestaltung verwendet. Zwar enthalten auch deren Klebstoffe teilweise gesundheitsbedenkliche Inhaltstoffe. Im Vergleich zu Laminat-Fußböden oder gar Auslegeware sind diese aber vernachlässigbar. Auch bei der Gestaltung der Wände geht der Trend vielfach weg von Raufaser und anderen Tapetenarten. Stattdessen wird vermehrt auf Varianten wie direkt mit der Farbrolle auftragbaren Kalkputz gesetzt. Für die Raumluft bedeutet es eine klare Verbesserung, wenn nicht alle Wände vollständig mit Tapeten verdeckt und zugeklebt werden. Überhaupt spielt das Wohnklima in letzter eine wesentlich wichtigere Rolle als noch vor ein oder zwei Jahrzehnten.

Den Energieverbrauch niedrig halten
Stark verändert hat sich nicht zuletzt auch der Umgang mit der zum Betrieb von Wohnhäusern notwendigen Energie. Vor allem bei den Heizkosten hat ein klares Umdenken eingesetzt. Niedrigenergiehäuser erfreuen sich dementsprechend immer größerer Beliebtheit. Dabei geht es nicht nur um eine Verbesserung der Wärmedämmung sondern auch um die Nutzung alternativer Energieträger zu Beheizung des Hauses. Die zurückgehenden Vorkommen von Erdöl und Erdgas werden die Preisspirale weiter nach oben treiben. Von daher entscheiden sich immer mehr Bauherren für die Nutzung von Erdwärme oder auch Wärmeaustauschpumpen. Auch das Heizen mit Holz erfährt eine Renaissance. Allerdings sind Holzvergaserkessel eine arbeitsintensive Angelegenheit. Deutlich beliebter sind Pellet-Öfen, bei welchen wesentlich seltener Brennmaterial nachgefüllt werden muss und deren Betrieb nahezu wartungsfrei erfolgen kann. Einen Kompromiss zur vollständigen Beheizung von Häusern mit Holz stellen wasserführende Kamine dar. Das Kaminfeuer im Wohnzimmer zur Herbst- und Winterzeit sorgt dann, dank Anschluss an das Zentralheizungssystem, für eine Reduzierung der Kosten für Öl bzw. Gas.

Der Strom kommt vom Dach
Auch bei der Stromversorgung gibt es einen klaren Bautrend hin zu mehr Autarkie. Vor allem bei Neubauten werden immer häufiger Photovoltaikanlagen auf den Dächern angebracht. Dank stetig sinkender Preise für Molarmodule sowie einer Abnahmegarantie für Solarstrom zum Festpreis auf zwanzig Jahre sind finanzielle Risiken bei einer solchen Investition faktisch nicht gegeben. Zudem ziehen auch bei elektrischer Energie die Preise von Jahr zu Jahr stärker an. Wer einen Teil des verbrauchten Stroms zuvor selber gewonnen hat, kann sich ein Stück weit von den Folgen dieser Kostenexplosion frei machen. Immer mehr Menschen, die ein Haus bauen, setzen daher auf Photovoltaikanlagen. Noch nicht ganz so ausgereift sind dagegen Windkraftanlagen für den privaten Gebrauch. Hinzu kommen vielfach vorhandene baurechtliche Beschränkungen was die Installation solcher Anlagen betrifft. Trotzdem dürfte sich auch in den kommenden Jahren der Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit weiter verstärken.